Wie Phönix aus der Asche

Metall fällt auf einen großen Haufen und bildet so über mehrere Wochen eine lebendige Skulptur. Mal klein, mal groß ändert sie laufend ihre Form.
Einzelne Objekte, die selbst ein Kunstwerk hätten sein können, bilden gemeinsam eine dynamische Formation. Es ist heiß, die Luft flimmert über dem Gebilde.

Seit über dreißig Jahren arbeitet Kai Biebricher in der Industrie.

Was einst modern war, ist heute antiquiert. Industrieprozesse befinden sich in einem steten Wandel. Zum Beispiel Müll.

Das, was einst Abfall war, der aus den Augen, aus dem Sinn verschwand, wird heute immer komplexeren Verwertungssystemen zugeführt. So wird Müll in einem erstmals gelungenen Verfahren nicht einfach verbrannt, sondern in Sand erhitzt.

Metall kommt dabei wie gereinigt aus dem Schlund der Anlage zurück, als wollten sich die Dinge, die wir so lieblos wegwarfen, noch einmal zu erkennen geben. Messer, Gabel, ein Hufeisen, eine Boulekugel, oh, auch der Löffel und ein großes Kugellager...

Die anderen Feststoffe regnen als Lavastrom aus einer Feuerhölle herab, die heißer brennt, als je ein Müllfeuer brennen könnte.

Kai Biebricher zeigt aus Anlass der Tage der Industriekultur am Wasser Bilder hier im Café Central.